Chancen und Grenzen der Digitalisierung

Am 22. April 2021 fand die 7. Fachtagung Arbeitsplanung und Prävention unter dem Motto „Neue Technologien / Neue Arbeitsformen – Chancen und Grenzen der Digitalisierung“ statt, die von der Berufsgenossenschaft Holz und Metall und dem DGUV Fachbereich Holz und Metall ausgerichtet wurde. Das REFA-Institut steuerte einen Beitrag zum Thema „Nachhaltige Gestaltung von flexibler Arbeit“ bei.

Am 22. April 2021 fand die 7. Fachtagung Arbeitsplanung und Prävention unter dem Motto „Neue Technologien / Neue Arbeitsformen – Chancen und Grenzen der Digitalisierung“ erstmalig als reine Online-Veranstaltung statt. Die Fachtagung wird alle zwei Jahre von der Berufsgenossenschaft Holz und Metall und dem DGUV Fachbereich Holz und Metall ausgerichtet und gemeinsam mit verschiedenen Trägern – u.a. auch das REFA-Institut – gestaltet. Der Fokus der Fachtagung lag in diesem Jahr auf den Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, durch die sich neue Wege und Herausforderungen für Arbeitsplanung und Prävention ergeben. In den Vorträgen wurden die verschiedenen Aspekte der Thematik beleuchtet:

  • Beim Auftakt wurden dabei von Frau Melanie Sandmann von der TBS GmbH das Thema „Digitalisierung der Arbeitswelt – Was können wir aus der Corona-Pandemie lernen?“ beleuchtet. Diese zeigte auf, dass die Corona-Pandemie quasi als Vergrößerungsglas für die Digitalisierung gewirkt hat, welches sowohl die Stärken als auch die Schwächen deutlich aufzeigte.
  • Im Anschluss stellte Herr Dr. Christoph Hecker von der DGUV die Positionen von Akteurinnen und Akteuren zur Digitalisierung/Künstlichen Intelligenz vor (z. B. Staat, DGUV, Sozialpartner, (Fach-)Verbände, Wissenschaft). Hierbei betonte er, dass die zentralen Prinzipien der Prävention auch bei den Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz Eingang finden müssen.
  • Herr Christoph Preuße von der BGHM diskutierte das Thema „Cybersicherheit – Anforderungen und Verantwortlichkeiten bei Herstellern und Betreibern“. Preuße schloss seinen Vortrag mit dem Fazit, das der Mensch immer und auch in der Diskussion um hochautomatisierte Systeme im absoluten Mittelpunkt stehen müsse.
  • Die Frage „Wie durch Normen und Standards die zukünftige Arbeitswelt unterstützt werden kann“ erörterte Herr Philipp Albrecht vom Deutschen Institut für Normung e.V. und stellte hierbei die kürzlich erschienene Normungsroadmap Innovative Arbeitswelt vor.
  • Frau Dr. Patricia Stock vom REFA-Institut e.V. rückte die „Nachhaltige Gestaltung von flexibler Arbeit – Anforderungen und Herausforderungen von orts- und zeitflexiblem Arbeiten“ in den Fokus. Sie betonte, dass flexible Arbeit nicht nur eine Frage der Arbeitszeitgestaltung ist, sondern auch die Rahmenbedingungen entsprechend gestaltet werden müssen. Dies beinhalte auch eine passende Führungs-, Vertrauens- und Unternehmenskultur.
  • Herr Dr. Stephan Sandrock vom Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e.V. präsentierte die Ergebnisse einer Online-Befragung zum Thema „Homeoffice 2020 in Zeiten von Corona– Einblick in eine Erhebung aus der Metall- und Elektroindustrie“. Die Studie zeigt auf, dass die Bedeutung der Eigenverantwortung tendenziell steigt, aber die Unterstützung und Information zur Eigenverantwortung ausbaufähig ist. Insgesamt konnte ein Nachholbedarf bei den Themen Qualifizierung und Weiterbildung festgestellt werden.
  • Herr Prof. Peter Kuhlang von der MTM ASSOCIATION e.V. zeigte in seinem Vortrag „Digitalisierung der Arbeitswirtschaft –Technologien, Daten, Anwendungen mit der Prozesssprache MTM verbinden“ auf, wie die MTM-Prozesssprache und die MTM-HWD®-Analysen aktuell in die rechnerunterstützte Simulation integriert werden.
  • Herr Dr. Peter Nickel vom Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung zeigte anhand verschiedener Beispiele auf, wie man die „Arbeitsplanung mit Techniken virtueller Realität unterstützen“ kann. Hierbei zeigte er auch die Grenzen der VR-Unterstützung auf.
  • Frau Dr. Weber vom Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung zeigte in ihrem Vortrag „Messwertbasierte Gefährdungsbeurteilung physischer Belastungen“ auf, welche Instrumente für die Erkennung von Belastungs- und Gefährdungsschwerpunkten des Muskel-Skelett-Systems derzeit zur Verfügung stehen. Sie diskutierte abschließend, wie die Verfahren in der digitalen Arbeitsplanung zur digitalen Gefährdungsbeurteilung eingesetzt werden können und knüpfte damit an den Vortrag von Herrn Dr. Nickel an.
  • Abschließend stellten Herr Dr. Mathias Umbreit und Herr Nihad Karacic von der Berufsgenossenschaft Holz und Metall den „Cobotplaner: Webtool für sicherheitsgerechte Planungbeim Einsatz von kollaborierenden Robotern (Cobots)“ vor, indem Sie durch die verschiedenen Schritte für die Planung einer sicheren Mensch-Roboter-Kollaboration führten.

Auch das digitale Format erfreute sich großer Beliebtheit und brachte zahlreiche Experten der staatlichen Institutionen, Unfallversicherungsträgern, Sozialpartnern, Verbänden und Wissenschaft zusammen.

Die Vortragsfolien der 7. Fachtagung Arbeitsplanung und Prävention sind online verfügbar:https://www.bghm.de/bghm/fachveranstaltungen/fachtagung-arbeitsplanung-und-praevention

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